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Sepp Weiler

Frank Löffler

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Tradition

Die Idee zum Bau der Skiflugschanze 1949 -1950


Anlaufturm während des Baues 1949

Der Turm im Bau 1949

Das legendäre Oberstdorfer Springertrio
(von links) - Brutscher, Klopfer, Weiler

Toni Brutscher, Heini Klopfer, Sepp Weiler

Sepp Weiler, Heini Klopfer,
Toni Brutscher, Max Bolkart
(von links)

Sepp Weiler, Heini Klopfer, Toni Brutscher, Max Bolkart

Wie vor über 50 jahren Geld für die erste Skiflug-Anlage in Oberstdorf beschafft wurde.

Immer wieder, wenn die Skiflugschanze in Oberstdorf in den Blickpunkt des Interesses rückt, stellt sich die Frage: "Wie kam es überhaupt zum Bau dieser Riesenanlage?" Noch dazu in Oberstdorf. Noch dazu zu einer Zeit, in der das Geld knapp war. Man muss sich etwas über 50 Jahre zurückversetzen. Der Zweite Weltkrieg war vorbei, überall begann der Aufbau, auch sportlich. Allerdings waren die deutschen Sportler noch von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Auch die Skispringer mussten mit ansehen, wie ohne sie die Olympischen Spiele 1948 in Sankt Moritz statt fanden.

Dabei hatten sie doch vor allem im Oberstdorfer Springer-Trio Sepp Weiler, Heini Klopfer und Toni Brutscher Akteure, die jederzeit mit der Welt-Elite mithalten konnten. Sie waren verärgert, fühlten sich diskriminiert. Sie schritten zur Selbsthilfe und planten eine eigene Riesenschanze, auf der sie jederzeit fliegen und Wettkämpfe durchführen konnten.

Allerdings waren die Oberstdorfer mit ihren Gedanken nicht allein. In Ruhpolding reiften gleichfalls Pläne. Also kam es nun darauf an, wie die sportliche Seite, der Bayerische Skiverband, entscheiden würde. In einer denkwürdigen Sitzung im Februar 1949 fiel die Abstimmung mit 19:3 zu Gunsten von Oberstdorf. Dort waren es die älteren Clubmitglieder, die gegen eine Großsprunganlage Bedenken erhoben. Aber sie wollten der Jugend den Weg nicht verbauen. So wurde bei einer Mitgliederversammlung am 25. Mai 1949 der Bau der Flugschanze beschlossen.

Schon vorher hatten sich Weiler und Klopfer ein Gelände in der Zimmeroy im Stillachtal ausersehen. Klopfer, von Beruf Architekt, entwarf mit Willi Huber die Pläne. Nun galt es, das Geld zusammen zu bekommen. Das Trio fuhr quer durch Deutschland, warb mit HaIstüchern, auf denen der Entwurf zu sehen war, verkaufte Zündhölzer mit Symbolen ebenso wie Postkarten und gaben Autogrammstunden. Bausteine konnten erworben werden, Spenden kamen dazu, der Bayerische Skiverband steuerte 30000 Mark bei, Darlehen besorgten den Rest.

Nach fünfmonatiger Bauzeit entstand eine riesige Holzkonstruktion als Anlaufturm, der Aufsprunghügel wurde teilweise in Handarbeit erstellt. Als am 2. Februar 1950 die Schanze erprobt wurde, waren nur wenige Insider eingeladen. Die Versuche hätten ja auch schief gehen können. Als Erster schwang sich Erbauer Klopfer in die 131 Meter lange Anlaufspur und sprang 90 Meter weit. "Was, unter 100 Meter ist Heini gesprungen, es muss doch weiter gehen", sagte Weiler. Er erreichte gleich 110 Meter, dann noch 115 Meter. Brutscher kam auf 112 Meter, Klopfer verbesserte sich auf 107 Meter. Der Test war bestanden, im Auslauf knallten die Sektkorken. Bei der ersten Skiflugwoche 1950 sprang Sepp Weiler Weltrekord von 127 m. Am darauffolgenden Tag verbesserte er seine Bestweite auf 133 m.

Der Rest ist Geschichte. Zur WM 1973 musste die alte Holzschanze aus Sicherheitsgründen gesprengt werden. Sie wurde durch eine Spannleichtbeton-Anlage ersetzt. Klopfer erlebte es nicht mehr. Er starb 1968 im Alter von 50 Jahren. In Erinnerung an ihn, der Schanzenexperte des Internationalen Skiverbandes (FIS) war und Pläne für etwa 250 Schanzen in aller Welt entwarf, erhielt die Anlage im Stillachtal den Namen "Heini-Klopfer-Skiflugschanze".

Anhang:
Im Jahr 1950 besuchten 100 000 Zuschauer die erste Flugwoche.
Die ersten Umbauten waren 1972/73, daraufhin wurden auch die Ausgrabungen im Auslauf immer tiefer, so das immer größere Weiten erzielt werden konnten. Die letzten Ausgrabungen im Auslauf um 6 m. waren von 1997 bis 1999. Somit dürften jetzt wohl Sprünge über 220 m möglich sein.

Ab April 2016 wurde mit der Erneuerung der Schanze begonnen, 2017 soll das Einweihungs-Skifliegen stattfinden. 2018 folgt dann die WM.

Siehe "www.skiflugschanze-oberstdorf.de"